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Strategien in der Rohstoff-Baisse! - Interview mit Michael Lewis

13.03.2009  |  Rohstoff-Spiegel
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Rohstoff-Spiegel: In welche Rohstoffsektoren investiert der Index? Sind die Indexgewichte fix oder gibt es eine Art von Rebalancing?

M. Lewis: Der Index hat ein Exposure in den vier breiten Rohstoffsektoren Energie, Edelmetalle, Industriemetalle und Agrarrohstoffe. Der Index hat jedoch ein Exposure zu den Spotpreisen der Rohstoffe, sondern nur zur Form ihrer Terminkurven. Das Long- und Shortexposure wird monatlich rebalanced, um das Exposure zu den Spotpreisen zu minimieren. Des Weiteren wird das Gewicht jedes einzelnen Rohstoffes jährlich zurückgesetzt, um es dem Shortexposure anzugleichen.


Rohstoff-Spiegel: Gibt es Rohstoffe, welche mehr zur Indexperformance bei tragen als andere? Kann diese Indexstrategie für alle Rohstoffe angewendet werden?

M. Lewis: Von den 24 Bestandteilen im S&P GSCI Light Energy Index weisen 85% eine Terminkurve in Contango, und damit eine implizierte negative Rollrendite auf. Aus diesem Grund erzielt der Harvest Index aus dem größten Teil des Rohstoffkomplexes positive Erträge. Wobei Energie den überwiegenden Beitrag zum Beitrag des DB Commodity Harvest Index geleistet hat. Dies spiegelt den Super-Contango in der Ölterminkurve im Vergleich zu den weniger extremen Contango-Formationen bei anderen Terminkurven anderer Rohstoffe wider.


Rohstoff-Spiegel: Was sind die Performancequellen dieses Index? Welche Ereignisse könnten zu Verlusten führen?

M. Lewis: Wir sind der Meinung, dass der DB Commodity Harvest Index vom Auftreten von Contango quer über die wichtigsten Rohstoffterminkurven profitiert hat. Wir glauben, dass das wichtigste Risiko bei diesem Index in einer plötzlichen Verflachung der Terminkurven oder einer Bewegung von Contango zu Backwardation liegen dürfte. Dies könnte passieren, wenn die Ölproduktion eines Schlüsselexporteurs wie dem Iran plötzlich unterbrochen würde oder durch extreme Wetterereignisse, welche die Produktion von Agrarrohstoffen betreffen würde; wie beispielsweise eine Dürre in Australien.


Rohstoff-Spiegel: Einer der Vorteile des DB Harvest Commodity Index ist die wirklich niedrige Volatilität; speziell in Zeiten wie heute. Gibt es irgendwelche Indexregeln zur Kontrolle der Volatilität?

M. Lewis: Zwischen Januar 2001 und Dezember 2008 wies der DB Commodity Harvest Index eine historische Volatilität von 3,56% p.a. im Vergleich zu einer Spot-Volatilität von mehr als 25% für die meisten Einzelrohstoffe auf. Die niedrige Volatilität wird durch das Ausschalten des Spotpreis-Exposures und durch die Aggregation der marktneutralen Erträge einer Reihe von Rohstoffen erreicht.


Rohstoff-Spiegel: Zusätzlich zur Basisversion des Index führte die Deutsche Bank auch eine Version mit einer Zielvolatilität von 10% p.a. ein. Wie funktioniert hier das Risikomanagement?

M. Lewis: Der DB Commodity Harvest 10% Target Vol Index kontrolliert dynamisch das Exposure zum DB Commodity Harvest Excess-Returns-Index um eine realisierte Volatilität nahe des vordefinierten Zielniveaus, in diesem Fall 10%, zu erreichen. Die Strategie ist einfach, dass bei jedem monatlichen Rebalancing-Termin der zu Grunde liegende Index durch “Allokation = Zielvolatilität/ realisierte Volatilität“ bestimmt wird. Die Allokation des Commodity Harvest ER Index steigt, wenn die realisierte Volatilität des Basiswertes fällt und umgekehrt. Um die Rückschläge in extremen Marktphasen zu minimieren, ist die maximale Allokation auf 500% beschränkt.


Rohstoff-Spiegel: Im Oktober 2008 legte die Deutsche Bank einige UCITS-III Fondsvarianten mit diesem Index als Basiswert auf. Können Sie unseren Lesern die Unterschiede zwischen den drei Varianten erklären?

M. Lewis: (1) Die R1C-E (Retail) und die I1C-E (Institutionell)-Anteilsklasse tracken den DB Commodity Harvest Euro Index in seiner “Rohversion“. ISIN: LU0377348619

(2) Die R2C-E (Retail) und die I2C-E (Institutionell)-Anteilsklasse tracken den DB Commodity Harvest Euro Index mit einer Zielvolatilität von 3,5%. Die Allokation der Commodity Harvest Strategie wird monatlich angepasst, um die realisierte Volatilität dem vordefinierten Ziel von 3,5% anzugleichen. Historisch betrachtet lag die realisierte Volatilität der Commodity Harvest Strategie bei ca. 3,5%, daher hätte die Allokation bei 100% gelegen. Diese Anteilsklasse ist jedoch leider noch nicht verfügbar.

(3) Die R3C-E (Retail) und die I3C-E (Institutionell)-Anteilsklasse tracken den DB Commodity Harvest Euro Index mit einer Zielvolatilität von 10%. Da die historische Volatilität bei ca. 3,5% lag, hätte die Allokation dieser Variante bei ca. 300% gelegen. ISIN: LU0377349005
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