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Rohstoffe nahe am Jahreshoch

20.10.2017  |  Frank Schallenberger (LBBW)
Performance und Indizes

Die Rohstoffpreise haben zu Wochenbeginn weiter zulegen können. Vor allem Energierohstoffe zogen vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen zwischen Kurden und der irakischen Armee im Nordirak weiter an. Der Bloomberg Commodity Index (Spot) kletterte in der Spitze bis nahe an das Jahreshoch vom Februar (347 Punkte).

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Marktkommentar: Ölmarkt mit Angebotsdefizit

Die Fundamentaldaten am Ölmarkt haben sich in den letzten Monaten deutlich verschoben. War der Markt seit dem zweiten Quartal 2014 von einem Angebotsüberschuss gekennzeichnet, liegt die Nachfrage seit dem zweiten Quartal 2017 wieder über dem Angebot. Im laufenden vierten Quartal 2017 dürfte das Angebotsdefizit rund 1,0 Mio. Barrel pro Tag (mbpd) betragen. Dies findet seinen Niederschlag in sinkenden Lagerbeständen. Alleine in den USA ermäßigten sich die Öllager von Anfang April 2017 bis Mitte Oktober 2017 von 535 mb auf 457 mb um etwa 15%.

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Das relativ kräftige weltweite Wirtschaftswachstum hat auf der Nachfrageseite für ein kräftiges Plus bei Rohöl gesorgt. Im laufenden Jahr dürften durchschnittlich ca. 1,5 mbpd mehr verbraucht werden als noch 2016. Auch im kommenden Jahr ist eine Steigerung in ähnlichem Ausmaß wahrscheinlich. Die Angebotsseite konnte angesichts dieser Dynamik nicht Schritt halten. Nach der Umsetzung von Förderkürzungen der OPEC und einiger Nicht-OPEC-Staaten zu Jahresbeginn 2017 wurde das Angebot um ca. 1,8 mbpd gedrosselt. Diese Förderkürzungen sind momentan noch bis März 2018 befristet.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass auf dem nächsten OPEC-Meeting Ende November eine Verlängerung des Abkommens bis Ende 2018 beschlossen wird. Libyen oder Nigeria unterliegen aufgrund von Problemen bei der Förderung keiner Begrenzung. Allerdings führten anhaltende politische Spannungen dazu, dass der Output dieser beiden Staaten im laufenden Jahr nur um 0,5 mbpd zulegen konnte. In den USA konnte die Förderung dagegen insbesondere aufgrund der hohen Dynamik bei Schieferöl kräftig gesteigert werden.

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Ob jedoch die Wachstumsrate bei US-Schieferöl weiterhin so stark ausfallen wird, dass das weltweite Angebotsdefizit im nächsten Jahr geschlossen werden kann, ist fraglich. Vor allem die immer noch anhaltende Zurückhaltung der Ölindustrie bei den Investitionen spricht dagegen. Von 2013 bis 2017 sind die Investitionsbudgets in der Branche um etwa 40% gefallen.


© Dr. Frank Schallenberger
Commodity Analyst

Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart



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