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Die unterschiedlichen Beiträge der erneuerbaren Energien

17.06.2026  |  AGEB
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Um das Ziel für 2030 zu erreichen, ist ein weiterer deutlicher Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland erforderlich. Neben der Ausweitung der Stromerzeugung durch Wind, Sonne und Wasser wird der Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung eine wesentliche Rolle bei der Zielerreichung spielen.


Grafik 5 / Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch 2025

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Quelle: AGEB


EEG verwendet Anteil am Bruttostromverbrauch als Zielgröße

Der in Deutschland am häufigsten herangezogene Bewertungsmaßstab für den wachsenden Beitrag erneuerbarer Energien ist ihr Anteil bezogen auf den Bruttostromverbrauch (Grafik 5). Das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) verwendet diese Quote als Zielgröße. In Deutschland soll der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch (EE-Quote) bis zum Jahr 2030 auf 80 Prozent steigen. 2025 erreichten die erneuerbaren Energien mit einem Anteil von 55,1 Prozent am Bruttostromverbrauch einen neuen Höchststand. Da sich der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland stark auf den Stromsektor konzentriert, ist der Bruttostromverbrauch als Bezugsgröße eine Möglichkeit, um die Entwicklungsdynamik zu veranschaulichen (Grafik 6).


Grafik 6 / Entwicklung des Anteils erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch 2005-2025

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Quelle: AGEB


Wird die EE-Quote auf Basis des inländischen Bruttostromverbrauchs berechnet, ist allerdings zu berücksichtigen, dass Deutschland Teil des europäischen Strommarktes ist und sowohl Strom ins benachbarte Ausland abgibt als auch von dort bezieht. Da sich einmal ins Netz eingespeister Strom nicht mehr einer bestimmten Energiequelle zuordnen lässt, kann bei Strom, der ins Ausland fließt oder aus den Nachbarländern bezogen wird, der jeweilige Anteil erneuerbarer Energien nicht mehr oder nur modellhaft bestimmt werden.

Hinzu kommt ein statistischer Effekt, der sich aus der Differenz zwischen inländischer Stromerzeugung und dem tatsächlichen Verbrauch ergeben kann. Sind die Marktpreise im Ausland niedriger, weil dort zu diesem Zeitpunkt günstigere Erzeugungsoptionen zur Verfügung stehen, wird Strom aus diesen Preiszonen importiert und heimische, zu diesem Zeitpunkt teurere Erzeugungsoptionen werden nicht genutzt.

Wenn in Deutschland zur Deckung des Strombedarfs neben der inländischen Erzeugung auch Importe aus dem benachbarten Ausland eingesetzt werden und die Importe im Saldo die Ausfuhren übersteigen (Nettoimport), sinkt die EE-Quote, weil sich die verbrauchte Gesamtmenge erhöht, die Menge des im Inland aus erneuerbaren Quellen erzeugten Stroms jedoch gleich bleibt. Wird dagegen im Saldo mehr Strom ausgeführt als bezogen (Nettoexport), steigt der EE-Anteil, weil der aus erneuerbaren Quellen erzeugten Strommenge ein geringerer inländische Gesamtverbrauch zugrundeliegt.

Eine EE-Quote lässt sich auch auf Grundlage der Stromerzeugung berechnen Rechnerische Unsicherheiten bei der Ermittlung einer EE-Quote können kompensiert werden, wenn der Stromaußenhandel ausgeglichen ist oder gänzlich aus der Berechnung herausgenommen wird. Im letzteren Fall wird die aus erneuerbaren Energien erzeugte Strommenge nur zur gesamten Stromerzeugung des Landes in Bezug gesetzt.

Diese Berechnungsmethode weicht von den gesetzlichen Vorgaben zur Ermittlung der EE-Quote ab und kann nicht ohne weiteres die bisherigen auf Grundlage des Bruttostromverbrauchs ermittelten Werte ersetzen. Für 2025 ergibt sich gemäß den gesetzlichen Vorgaben des EEG bezogen auf den Bruttostromverbrauch eine EE-Quote von 55,1 Prozent. Wird hingegen die Bruttostromerzeugung zu Grunde gelegt, ergibt sich ein Anteil von 57,2 Prozent. Dieser Unterschied ist dem Nettoimport von rund 19 Terawattstunden (TWh) Strom aus dem Ausland geschuldet.


Fazit

Der Beitrag der erneuerbaren Energien in Deutschland wächst. In Deutschland sind die Erneuerbaren mittlerweile der drittwichtigste Energieträger. Bezogen auf den Primär- oder den Bruttoendenergieverbrauch lässt sich die steigende Bedeutung erneuerbarer Energieträger an der Gesamtversorgung aussagekräftig dokumentieren. Besonders dynamisch entwickelt sich die Nutzung erneuerbarer Energien im Strombereich. Um diese Entwicklung zu dokumentieren, werden unterschiedliche Bezugsgrößen herangezogen. Durch die Wahl verschiedener Bezugsgrößen bei der Ermittlung der nationalen EE-Quote ergeben sich unterschiedliche Interpretationen und Schlussfolgerungen. Um die nationalen sowie die von der EU geforderten Ausbauziele zu erreichen, muss der Anteil der Erneuerbaren noch in bedeutendem Umfang gesteigert werden (Grafik 7).


Grafik 7 / Anteile erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch, am Bruttoendenergieverbrauch, dem Bruttostromverbrauch und der Bruttostromerzeugung 2024 und 2025

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Quelle: AGEB


Die AG Energiebilanzen empfielt, bei der Angabe der Anteile erneuerbarer Energien stets exakt den gewählten oder benutzten Bezugswert (Primärenergieverbrauch, Bruttoendenergieverbrauch, Bruttostromverbrauch oder Bruttostromerzeugung) anzugeben, um Missverständnisse oder Fehlinterpretionen zu vermeiden.


© Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V.



Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen wurde 1971 in Essen von sieben Verbänden der deutschen Energiewirtschaft und drei auf dem Gebiet der energiewirtschaftlichen Forschung tätigen Instituten gegründet. 2004 erfolgte eine Umgründung in einen Verein. (www.ag-energiebilanzen.de).


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